Academy — Kurse für Badaufsicht, Badmeister:innen und Betriebe

Felix-Lukas Graf ist Experte für das Brevet Schweizer Badmeister:in bei der OdA igba, BLS-AED-Instruktor nach SRC und Betriebsleiter eines Badbetriebs mit Restaurant. Er darf offiziell ausbilden und macht das in kleinen Gruppen, in einem Bad, das in Betrieb ist. Maximal sechs Kurse pro Jahr, weil der Job daneben weiterläuft. Hier stehen die Termine, die Preise und der Weg zur Anmeldung.

Gruppe mit Badekappen sitzt am Beckenrand vor dem Kursbeginn
Kurse von einem igba-Experten und BLS-AED-Instruktor.

Grundkurs, Wiederholungskurs, Inhouse — was ist der Unterschied?

Die drei Formate lösen unterschiedliche Probleme. Der Grundkurs baut auf, was du noch nicht kannst, und macht daraus einen Nachweis mit Ablaufdatum. Der Wiederholungskurs hält wach, was du kannst, aber selten brauchst. Die Inhouse-Übung prüft, ob das, was alle einzeln können, im eigenen Bad auch zusammen funktioniert.

Ein Grundkurs ist offen ausgeschrieben, hat einen festen Termin und ein definiertes Programm. Du meldest dich als Person an, nicht als Betrieb. Am Ende steht eine Bestätigung mit Datum, Inhalt, Dauer und Kursleitung. Beim BLS-AED SRC Komplett ist genau das der Punkt: Der Nachweis läuft nach zwei Jahren ab, also besuchst du denselben Kurs alle zwei Jahre neu. Das ist keine Schwäche des Formats, sondern sein Zweck. Wer nach zwei Jahren wieder auf einer Puppe kniet, merkt in der ersten Minute, wie viel Drucktiefe und Tempo verloren gegangen sind.

Der Praxis-Refresher Badaufsicht ist etwas anderes. Er ist kein Brevet und ersetzt keine offizielle Erneuerung bei der OdA igba oder der SLRG. Er ist ein Trainingstag: Aufsicht führen, wenn 180 Schulkinder im Becken sind. Den Rettungsgriff nochmals gehen. Den Ablauf mit dem Rettungsbrett zu zweit sauber durchspielen, statt ihn zu beschreiben. Wer das ein Jahr lang nicht gemacht hat, ist langsamer, als er denkt — und merkt das im Ernstfall zum schlechtesten Zeitpunkt.

Die Inhouse-Schulung ist keine Kursstunde, sondern eine Übung. Sie findet in deinem Bad statt, mit deinem Personal, an einem normalen Betriebstag. Es gibt kein Standardprogramm, sondern zwei bis drei Szenarien, die zu eurer Anlage passen. Das ist der einzige Weg, die Abläufe zu testen, die im Notfallkonzept auf Papier stehen.

Die drei Formate im Vergleich

Wenn du unsicher bist, welches Format passt: Diese Tabelle beantwortet die Frage in dreissig Sekunden.

FormatFür wenDauerWas du nachher hast
BLS-AED SRC KomplettAlle, auch ohne Vorkenntnisse4 StundenSRC-Bestätigung, zwei Jahre gültig
Praxis-Refresher BadaufsichtBadaufsicht mit Praxis, Quereinsteiger nach der Einführungszeit1 TagTeilnahmebestätigung, sicherere Handgriffe
Inhouse-NotfallübungGanze Teams eines Betriebs, inklusive Kasse und Reinigungein halber TagÜbungsprotokoll für die Betriebsdoku, Bestätigung pro Person

Für Betriebe: die Notfallübung im eigenen Bad

Ein externer Kurs bringt der einzelnen Person etwas. Dem Betrieb bringt er wenig, weil das Gelernte am Kursort bleibt. Im Ernstfall entscheidet nicht, ob jemand die Drucktiefe kennt, sondern ob in den ersten neunzig Sekunden jeder weiss, was er tut: wer ins Wasser geht, wer alarmiert, wer den AED holt, wer die anderen Gäste aus dem Becken bringt und wer die Sanität an der richtigen Tür abholt.

Das lässt sich nur vor Ort üben, weil jedes Bad andere Wege hat. In der einen Anlage hängt der AED bei der Kasse, in der anderen im Technikgang hinter einer Tür, die zufällt. Der Weg vom Nichtschwimmerbecken zum AED und zurück dauert nicht «etwa eine Minute», sondern eine messbare Zeit. Die misst man am besten, bevor man sie braucht.

Dazu kommt das Personal, das in keinem Rettungskurs sitzt: Kasse, Reinigung, Gastronomie, Aushilfen am Wochenende. Diese Leute merken oft als Erste, dass etwas nicht stimmt, und sie sind die Einzigen, die abkömmlich sind, um die Sanität einzuweisen oder die Zufahrt freizumachen. Wenn sie den Ablauf nie geübt haben, stehen sie im Weg statt daneben.

Eine Übung im eigenen Bad deckt Dinge auf, die auf dem Papier gut aussehen. Der Notfallkoffer ist verschlossen und der Schlüssel hängt im Büro. Die Nummer auf dem Notfallblatt gehört noch dem Hausarzt von 2019. Die Rettungsbretter liegen so, dass zwei Leute nicht gleichzeitig daran vorbeikommen. Der Hubboden steht auf einer Höhe, die niemand im Team ohne Suchen verstellen kann. Solche Punkte findet man nicht in einem Kursraum.

Am Ende steht ein kurzes Protokoll: was geübt wurde, wie lange es gedauert hat, was aufgefallen ist und was bis wann geändert wird. Das ist gleichzeitig der Nachweis gegenüber Gemeinde, Versicherung und Qualitätssicherung und die Vorlage für die nächste Übung im Folgejahr.

So läuft eine Inhouse-Übung ab

Von der ersten Anfrage bis zum Protokoll vergehen in der Regel drei bis sechs Wochen.

  1. 01

    Vorgespräch am Telefon

    Wir klären, was ihr üben wollt: Anlage, Beckenformen, Teamgrösse, Schichtmodell, bestehendes Notfallkonzept. Daraus entstehen zwei bis drei Szenarien.

    30 Minuten

  2. 02

    Vorbereitung vor Ort

    Felix geht vor der Übung die Wege ab, prüft AED- und Materialstandorte, liest die Alarmierungskette und schaut sich die Sichtachsen von den Aufsichtspositionen aus an.

    1 Stunde

  3. 03

    Die Übung

    Zwei bis drei Szenarien, Zeiten werden gestoppt, Rollen werden getauscht. Jede Person kommt mindestens einmal in die Position, die sie sonst nie hat.

    rund 3 Stunden

  4. 04

    Debriefing mit allen

    Kein Schuldgespräch, sondern Ablauf und Zeiten. Wo hat es geklemmt, was war schneller als erwartet, welche Annahme aus dem Konzept hat nicht gehalten.

    45 Minuten

  5. 05

    Protokoll und Massnahmenliste

    Schriftlich, mit Datum, Teilnehmenden, geübten Szenarien, gemessenen Zeiten und konkreten Punkten zum Abarbeiten. Geht an die Betriebsleitung.

    innert einer Woche

Was die Anerkennung wert ist

Zwei Personen üben nebeneinander im Becken

SRC steht für Swiss Resuscitation Council, den Schweizerischen Rat für Wiederbelebung. Ein Kurs nach SRC-Standard ist der Nachweis, den Arbeitgeber, Brevetstellen und Auditoren in der Schweiz kennen und ohne Rückfragen akzeptieren. BLS-AED-SRC Komplett ist der volle Grundkurs und kostet je nach Anbieter CHF 100 bis 220. Er ist zwei Jahre gültig, danach brauchst du einen neuen.

Für die Bäderbranche ist das kein Papier für die Ablage. Das Brevet Schweizer Badmeister:in der OdA igba setzt gültige BLS-AED-Kompetenz voraus, und beide Nachweise laufen im Zweijahresrhythmus. Wer sie nicht parallel führt, steht irgendwann mit einem abgelaufenen Dokument da, während der Dienstplan für die Sommersaison bereits geschrieben ist.

Der Praxis-Refresher Badaufsicht und die Inhouse-Übung schliessen mit einer Teilnahmebestätigung ab. Die ist bewusst kein Brevet: Sie verlängert nichts und ersetzt nichts. Niemand sollte sie als Ersatz für die Erneuerung bei igba oder SLRG verkaufen, und hier tut das auch niemand. Was sie kann, ist dokumentieren, dass geübt wurde. Für ein Personaldossier, eine Qualitätssicherung oder ein Gespräch mit der Gemeinde ist das mehr wert als eine mündliche Zusicherung.

Auf jeder Bestätigung stehen Datum, Inhalt, Dauer und die Kursleitung mit ihrer Funktion. Wenn du prüfen willst, ob ein Nachweis etwas taugt, schau auf genau diese vier Angaben — bei uns wie bei jedem anderen Anbieter.

Wie hier unterrichtet wird

Vier Punkte, die für alle drei Formate gelten.

  • Kleine Gruppen

    So klein, dass jede Person genug Zeit an Puppe und AED-Trainer hat. Zuschauen bringt bei motorischen Fertigkeiten nichts.

  • Üben statt zuhören

    Der Theorieteil ist so kurz wie nötig. Der Rest der Zeit wird gearbeitet — knien, drücken, beatmen, Rollen tauschen.

  • Beispiele aus dem Bad

    Die Fälle kommen aus dem Dienstalltag, nicht aus einer Fallsammlung. Rutschbahn, Sauna, Schulschwimmen, Sprungturm, Feierabend mit einer Person auf Aufsicht.

  • Ehrliche Nachweise

    Was zwei Jahre gilt, heisst so. Was eine Teilnahmebestätigung ist, wird nicht als Brevet ausgegeben. Das ist im Zweifel unbequem, aber es hält vor jeder Prüfung.

Häufige Fragen zu Anmeldung, Absage und Rechnung

Wie melde ich mich an?

Über das Kontaktformular unter /kontakt/ oder per Mail. Nötig sind Name, Betrieb, gewünschter Kurs und die Rechnungsadresse. Du bekommst eine Bestätigung mit Startzeit, Treffpunkt und Anfahrt. Der Platz ist reserviert, sobald diese Bestätigung da ist — nicht erst mit der Zahlung.

Kann die Rechnung an die Gemeinde oder an den Betrieb gehen?

Ja, das ist der Normalfall. Die Rechnung geht auf den Betrieb oder die Gemeinde, zahlbar innert 30 Tagen, mit Kursbezeichnung, Datum und Namen der Teilnehmenden, damit die Buchhaltung sie zuordnen kann. Eine Bestellnummer oder Kostenstelle wird auf Wunsch aufgedruckt. Kreditkarte braucht niemand.

Was kostet eine Absage?

Bis 14 Tage vor Kursbeginn kannst du kostenlos absagen. Danach wird der volle Betrag fällig, weil Raum und Kursleitung gebucht sind. Eine Ersatzperson aus dem gleichen Betrieb kannst du bis am Kurstag schicken — sag einfach vorher, wer kommt.

Was passiert, wenn zu wenige Anmeldungen eingehen?

Dann wird der Kurs spätestens zehn Tage vorher abgesagt. Du bekommst den Betrag zurück oder wechselst kostenlos auf den nächsten Termin. So früh, dass ihr den Dienstplan noch anpassen könnt.

Muss ich schwimmen können?

Für den BLS-AED-Kurs nicht, der findet an Land statt. Für den Praxis-Refresher Badaufsicht schon — dort wird im Wasser gearbeitet, inklusive Rettung aus tiefem Wasser.

Sind die Kurse nur für Leute aus der Bäderbranche?

Der BLS-AED-Kurs steht allen offen, auch Vereinen, Gemeindepersonal und Privatpersonen. Die Beispiele kommen aus dem Bad, der Inhalt entspricht dem allgemeinen SRC-Standard und gilt überall. Der Praxis-Refresher Badaufsicht setzt Praxis im Bad voraus.

Wie viele Leute sind in einem Kurs?

Die Gruppen bleiben klein genug, dass jede Person genug Zeit an der Puppe und am AED-Trainer hat. Wie viele Plätze für den Kurs am Samstag, 2. Januar 2027 noch frei sind, erfährst du auf Anfrage.

Bekomme ich Unterlagen?

Ja, im Kurs und im Preis inbegriffen. Du musst nichts vorbereiten und nichts ausdrucken. Die Bestätigung bekommst du am Kurstag und zusätzlich als PDF per Mail, damit sie im Personaldossier abgelegt werden kann.

Termin sichern, bevor der Nachweis abläuft

Es gibt maximal sechs Kurse pro Jahr, weil der Betrieb daneben weiterläuft. Wer den September-Termin verpasst, wartet auf den nächsten. Für Betriebe mit mehreren Leuten lohnt sich stattdessen eine Übung im eigenen Bad.