Schwimmlehrperson: unterrichten statt überwachen

Die Rolle passt zu dir, wenn du gern unterrichtest, mit Kindern oder Erwachsenen arbeitest und ein Teilpensum mit freier Zeiteinteilung suchst. Anders als die Badaufsicht überwachst du nicht das ganze Becken, sondern führst eine feste Gruppe durch eine Lektion – mit Lernzielen, Fortschritt und Testabnahme.

Zwei Personen üben nebeneinander im Becken
Freie Zeiteinteilung, oft neben einer anderen Tätigkeit.

Ein Kurseinsatz von Anfang bis Schluss

So sieht ein Nachmittag im Lehrschwimmbecken in der Praxis aus.

  1. 01

    Vorbereiten

    Du bist vor der Gruppe da: Material bereitlegen, Wassertemperatur und Beckenbereich prüfen, mit der diensthabenden Badaufsicht abgleichen, wer heute im Wasser ist.

    15 Min

  2. 02

    Gruppe übernehmen

    Anwesenheit kontrollieren, Kinder aus der Garderobe holen, duschen, Baderegeln kurz wiederholen. Wer neu dazukommt, wird eingestuft.

    10 Min

  3. 03

    Lektion halten

    Aufwärmen, Technikteil, Spiel- oder Anwendungsteil. Du stehst meist selbst im Wasser, korrigierst einzeln und behältst gleichzeitig die ganze Gruppe im Blick.

    45 Min

  4. 04

    Beobachten und beurteilen

    Du hältst fest, wer welches Lernziel erreicht hat, nimmst Tests ab und passt die nächste Lektion an. Die swimsports-Kursstufen geben den Rahmen vor.

    laufend

  5. 05

    Abschluss und Rückmeldung

    Material versorgen, Kinder zurück in die Garderobe, kurze Rückmeldung an Eltern oder Lehrperson, Journal nachführen. Erst dann ist der Einsatz fertig.

    15 Min

Was der Betrieb verlangt – und was er bietet

Die Anforderungen sind überschaubar, die Gegenleistung ebenfalls klar.

  • Gültiges Rettungsbrevet

    Üblich ist das SLRG Brevet Plus Pool, dazu BLS-AED-SRC Komplett. Beides läuft nach zwei Jahren ab.

  • aqua-kids und aqua-prim

    Die beiden swimsports-Ausbildungen sind der Standard: aqua-kids für Kinderschwimmkurse, aqua-prim für den Unterricht mit Schulklassen.

  • Geduld und klare Ansagen

    Du erklärst dasselbe zwanzigmal, in kurzen Sätzen, gegen Hallenlärm. Wer ungern korrigiert, hält das keine Saison durch.

  • Freie Zeiteinteilung

    Kursblöcke werden im Voraus geplant. Du sagst zu, was in deinen Kalender passt – oft ein bis drei Nachmittage oder Abende pro Woche.

  • CHF 50–55 pro Lektionsstunde

    Das ist der übliche Rahmen. Bezahlt wird meist die gehaltene Lektion, nicht die Vor- und Nachbereitung.

  • Einstieg ins Bad ohne Vollpensum

    Viele beginnen als Schwimmlehrperson und übernehmen später Aufsichts- oder Betriebsaufgaben.

Anforderungen im Überblick

Was verlangt wird, hängt davon ab, ob du Kinderkurse, Schulschwimmen oder beides übernimmst.

QualifikationPflicht oder empfohlenGültigkeitKosten
aqua-kids (swimsports)Pflicht für Kinderschwimmkurseunbefristetnach Kursanbieter
aqua-prim (swimsports)Pflicht für Schulschwimmenunbefristetnach Kursanbieter
SLRG Brevet Plus PoolPflicht4 Jahre gültig, danach 4 Jahre sistiertPreis nach Sektion
BLS-AED-SRC KomplettPflicht2 JahreCHF 100–220
Brevet Schweizer Badmeister:inempfohlen bei zusätzlicher Aufsicht2 Jahreab CHF 640
Badangestelltenkurs BAKUempfohlen für den Wechsel ins BadunbefristetCHF 5'600, mit berechtigtem BBF-Rabatt CHF 4'200

Was an dieser Rolle hart ist

Kinder mit Schwimmhilfen im Wasser

Die Einsätze liegen dort, wo andere frei haben: später Nachmittag, Abend, Samstagmorgen. In den Schulferien fallen Kurse oft ganz aus. Du gibst einen Teil deiner Freizeit her – dafür bleibt der Rest der Woche offen.

Körperlich ist es anstrengender, als es aussieht. Du stehst stundenlang im Wasser, stützt und hältst Kinder, sprichst gegen den Hallenlärm an. Feuchtwarme Luft und beanspruchte Stimme gehören dazu. Mehr als zwei bis drei Blöcke am Stück machen die wenigsten.

Die Verantwortung endet nicht bei der Lektion. Im Wasser stehen mehrere Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer gleichzeitig. Du unterrichtest und beaufsichtigst parallel – die Badaufsicht am Beckenrand nimmt dir das nicht ab.

Und der Stundenansatz täuscht. CHF 50–55 gelten nur für die gehaltene Lektion. Anfahrt, Vorbereitung, Elterngespräche und ausgefallene Kurse sind selten bezahlt. Als Haupterwerb reicht das nur mit vielen Kursblöcken.

Häufige Fragen

Brauche ich zwingend ein Rettungsbrevet?

Ja. Praktisch jeder Betrieb verlangt ein gültiges Rettungsbrevet, in der Regel das SLRG Brevet Plus Pool, dazu BLS-AED-SRC Komplett. Beides ist zwei Jahre gültig. Ohne gültige Ausweise nimmst du keine Gruppe ins Wasser.

Was ist der Unterschied zwischen aqua-kids und aqua-prim?

aqua-kids qualifiziert dich für Kinderschwimmkurse im Freizeitbereich, aqua-prim für den Schwimmunterricht mit Schulklassen. Wer beides hat, kann Kurse von Bädern und Aufträge von Schulen annehmen.

Lässt sich das neben einem anderen Job machen?

Das ist der Normalfall. Kursblöcke werden vorher geplant und liegen an fixen Wochentagen, du sagst pro Block zu oder ab. Rechne aber mit Lohnlücken: Ferien, Beckensperrungen und abgesagte Kurse werden meist nicht entschädigt.

Wie komme ich von hier in eine feste Stelle im Bad?

Über die Badaufsicht. Mit Rettungsbrevet und etwas Praxis übernimmst du Aufsichtsdienste (CHF 28–40 pro Stunde). Danach folgen der Badangestelltenkurs BAKU und das Brevet Schweizer Badmeister:in, später die Fachbewilligung Badewasserdesinfektion oder die Fachmann/Fachfrau Badeanlagen eidg. FA.

Nächster Schritt

Ohne gültiges Brevet keine Lektion – und ohne Betrieb kein Kursblock. Beides findest du hier.