Badmeister:in – der Kernberuf im Bad

Badmeister:innen führen die Schicht: Aufsicht am Becken, Wasserwerte, Technik und Gäste laufen bei ihnen zusammen. Die Rolle passt dir, wenn du Verantwortung übernehmen willst statt nur zu beaufsichtigen – der Unterschied zur Badaufsicht liegt im Brevet Schweizer Badmeister:in und darin, dass im Ernstfall du entscheidest.

Person am Beckenrand eines Hallenbads
Der Kernberuf der Branche.

Ein typischer Schichttag

Der Ablauf unterscheidet sich je nach Anlage. Diese Stationen kommen in fast jedem Hallen- oder Freibad vor.

  1. 01

    Kontrollgang vor der Öffnung

    Wasserwerte messen – pH, freies und gebundenes Chlor, Temperatur – und ins Betriebsjournal eintragen. Rettungsmaterial, AED und Notruf prüfen, Nassbereich auf Scherben und Rutschstellen kontrollieren.

    45–60 Min

  2. 02

    Öffnung und Schulschwimmen

    Klassen kommen mit Lehrpersonen, die Aufsicht bleibt geteilt. Du behältst die Wasserfläche im Blick, weist ein und klärst die Bahnenbelegung, bevor es eng wird.

    2–3 Std.

  3. 03

    Technikrunde

    Filterspülung, Dosieranlage und Chlorvorrat kontrollieren, Störmeldungen quittieren oder weitergeben. Was du nicht selber behebst, meldest du dokumentiert an Technik oder Betriebsleitung.

    30 Min

  4. 04

    Publikumsbetrieb

    Die dichteste Phase: Aufsicht in Rotation, Hausordnung durchsetzen, kleine Verletzungen versorgen, Reklamationen aufnehmen. Aufsicht heisst hier ununterbrochen scannen.

    3–4 Std.

  5. 05

    Ernstfall oder Übung

    Rettung aus dem Wasser, BLS-AED, Alarmierung, danach Rapport. Was nicht passiert, wird geübt – viele Betriebe trainieren die Rettungskette monatlich im Team.

    nach Bedarf

  6. 06

    Abschluss und Übergabe

    Letzter Rundgang, Becken und Garderoben leer, Werte und Vorkommnisse ins Journal, Übergabe an die nächste Schicht oder Schliessung der Anlage.

    30–45 Min

Was der Betrieb verlangt – und was er bietet

Die Anforderungen sind in den meisten Anlagen ähnlich. Was der Betrieb dafür bietet, unterscheidet sich stark – frag im Gespräch konkret nach.

  • Gültiges Brevet und BLS-AED

    Das Brevet Schweizer Badmeister:in der OdA igba ist die Grundlage, BLS-AED-SRC Komplett kommt dazu. Beides läuft nach zwei Jahren ab – ohne gültige Ausweise keine verantwortliche Aufsicht.

  • Aufsicht als Hauptaufgabe

    Durchgehende Beobachtung der Wasserfläche, klare Rettungskette, Kenntnis der toten Winkel deiner Anlage. Handy und Nebenarbeiten haben am Becken nichts verloren.

  • Wasser und Technik

    Messen, dosieren, dokumentieren. Wer die Fachbewilligung Badewasserdesinfektion hat, übernimmt mehr und wird dafür meist besser eingereiht.

  • Lohn CHF 4'800–5'800 pro Monat

    Übliche Bandbreite für eine Vollzeitstelle. Erfahrung, Zusatzbrevets und Verantwortung für Technik oder Team bewegen dich nach oben.

  • Schicht, Wochenende, Feiertage

    Früh- und Spätdienst, Wochenenddienst im Turnus. Dafür stehen Dienstplan, Ferien und Freitage in vielen Betrieben früh fest.

  • Weiterbildung auf Kosten des Betriebs

    Viele Anlagen übernehmen Refresher-Kurse und rechnen Kurstage als Arbeitszeit an. Das ist ein realer Lohnbestandteil.

Anforderungen im Überblick

Pflicht und Empfehlung hängen vom Betrieb und von der Aufgabenteilung ab. Die Preise sind Richtwerte für die Schweiz.

QualifikationPflicht oder empfohlenGültigkeitKosten
Brevet Schweizer Badmeister:in (OdA igba)Pflicht2 Jahreab CHF 640
BLS-AED-SRC KomplettPflicht2 JahreCHF 100–220
SLRG Brevet Plus Poolempfohlen, teils verlangt4 Jahre gültig, danach 4 Jahre sistiertPreis nach Sektion
Fachbewilligung Badewasserdesinfektionempfohlen, im Kleinbetrieb oft PflichtunbefristetCHF 1'680
Badangestelltenkurs BAKUempfohlen, ab 12 Monaten ErfahrungunbefristetCHF 5'600, mit berechtigtem BBF-Rabatt CHF 4'200
Fachmann/Fachfrau Badeanlagen eidg. FAempfohlen für den nächsten SchrittunbefristetVorkurs CHF 13'120 plus Prüfung CHF 2'400, Bundesbeitrag in der Regel CHF 6'560

Was an der Rolle hart ist

Bahnentrennleine im Wasser

Der Dienstplan bestimmt dein Leben. Frühdienst beginnt vor der Öffnung, Spätdienst endet nach der Schliessung, und das Bad hat genau dann offen, wenn andere frei haben: Samstag, Sonntag, Feiertage, Ferienwochen. Wer feste Abende mit Verein oder Familie braucht, muss das früh mit der Betriebsleitung aushandeln.

Die Verantwortung lässt sich nicht abgeben. Auf deiner Schicht bist du die Person, die im Ernstfall entscheidet – bei einer Person unter Wasser, bei einem Kreislaufstillstand, bei einer Chlorstörung. Diese Situationen sind selten, und genau das macht sie schwer: Du trainierst monatelang für einen Einsatz, der vielleicht nie kommt, und musst trotzdem in Sekunden abrufbereit sein. Der Rapport danach gehört dazu, ebenso das Gespräch im Team.

Dazu kommt die körperliche Seite. Feuchte Luft um 30 Grad, Lärm, Chlorgeruch, viele Stunden im Stehen und ständige Blickführung ermüden mehr, als es von aussen aussieht. Wer über Jahre in dieser Rolle bleibt, achtet auf Pausen, Rotation am Becken und einen Ausgleich ausserhalb der Anlage.

Häufige Fragen zur Rolle

Was unterscheidet Badmeister:in von Badaufsicht?

Die Badaufsicht beaufsichtigt die Wasserfläche, meist im Stundenlohn von CHF 28–40 und unter Anleitung. Als Badmeister:in trägst du die Verantwortung für die Schicht: Wasserwerte, Dokumentation, Rettungskette, oft auch Einteilung von Aushilfen. Voraussetzung ist das Brevet Schweizer Badmeister:in.

Wie lange sind meine Ausweise gültig?

Das Brevet Schweizer Badmeister:in läuft nach zwei Jahren ab, BLS-AED-SRC Komplett solltest du im selben Rhythmus wiederholen. Führ die Ablaufdaten selber im Kalender, viele Betriebe erinnern erst spät. Ein abgelaufener Ausweis heisst: keine verantwortliche Aufsicht.

Kann ich als Quereinsteiger:in einsteigen?

Ja, das ist der übliche Weg. Meist beginnt man in der Badaufsicht mit einem Rettungsbrevet, sammelt Praxis und macht dann das Brevet Schweizer Badmeister:in. Der Badangestelltenkurs BAKU setzt rund zwölf Monate Erfahrung voraus und läuft über vier Kurswochen in Fünftagesblöcken.

Brauche ich die Fachbewilligung Badewasserdesinfektion?

Nicht in jedem Betrieb. Wo eine eigene Technikstelle die Wasseraufbereitung führt, reicht die Bedienung nach Anweisung. Betreust du die Desinfektion mit, wird die Fachbewilligung verlangt – seit 2026 fünf Jahre gültig, CHF 1'680.

Nächster Schritt

Wenn dir die Rolle passt, führt der Weg über das Brevet Schweizer Badmeister:in. Die Stellenliste auf badmeisterpool.ch ist am Start noch kurz – schau trotzdem rein, sie wächst laufend.